Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass man beim Klopfen die Gefühle so auflöst, dass sie einfach ins Nirwana verschwinden.

Wenn du in deinem Unterbewussten etwas belastendes gespeichert hast, zum Beispiel ein Unfall, wird es immer wieder Momente geben, bei denen du unbewusst an diesen Unfall erinnert wirst. Irgendeine Wahrnehmung: ein Geräusch, Geruch, eine Bewegung, ein Mensch der dich vielleicht von der Statur an jemanden erinnert – kurzum, der Stress dieser bestimmten Situation blitzt auf (zum Beispiel Angst) und dein System reagiert automatisch, wie es immer auf Stress reagiert (siehe dazu mein Blog „Stress lass nach“) – fight, flight or freeze.

Diese Reaktionen waren in der damaligen Situation angemessen und vielleicht überlebensnotwendig für dich.

Aber wenn du zum Beispiel jetzt in der U-Bahn einen Zitteranfall bekommst, weil jemand vielleicht eine kleine Handbewegung macht, die dich an diese frühere Situation erinnert (bedenke, das alles spielt sich im Unterbewussstsein ab) ist diese Reaktion jetzt unangemessen.

Durch das Klopfen holst du das Gefühl (zum Beispiel Angst) wieder in dein Bewusstsein, lässt es zu und signalisierst gleichzeitig dem Gehirn durch die Klopfimpulse, dass jetzt keine Gefahr besteht. Das Gehirn entkoppelt die Erinnerung vom Gefühl.

Das nächste Mal, wenn dich etwas „triggert“, das heißt, eine unbewusste Erinnerung an diesen Unfall auslöst, ist das nicht mehr mit dem Gefühl der Angst verbunden – die Angst ist <aufgelöst>.

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